Tagesausflug nach Papenburg

Ein Tag in Papenburg

Am 05.04.2018 fuhren wir mit 67 Personen nach Papenburg, um  u.a. die Meyer- Werft zu besichtigen, erstmalig mit einem Doppeldecker-Bus der Firma HDC aus Duisburg Walsum.

Nach einer ca. 2stündigen Fahrt erreichten wir die Stadt Papenburg und nahmen an der Touristikzentrale eine unserer Gästeführerinnen in Empfang. Auf der Weiterfahrt zur Werft versorgte uns Frau Wrzos schon mit Informationen und Dönekes.  Schließlich erreichten wir das größte Schiffbauunternehmen Deutschlands mit aktuell 3300 Beschäftigten. Die riesigen Hallen und das Ausmaß des Geländes beeindruckten uns schon vom Bus aus.

Im Besucherzentrum der Werft erfuhren wir in Wort und Film, dass diese am 28. Januar 1795 als Holzschiffswerft gegründet wurde und sich in siebter Generation im Besitz der Familie Meyer befindet. In Papenburg gab es bis 1920 etwa zwanzig Werften. Nur die Meyer- Werft überlebte bis heute, weil das Unternehmen bereits 1872 mit dem Bau von Stahlrumpfschiffen mit Dampfmaschinenantrieb begann. Während des zweiten Weltkrieges war man hauptsächlich mit Reparaturen, aber auch mit dem Bau von U- Jagdbooten beschäftigt. Um die Nachkriegszeit zu überstehen, wich die Werft auf den Bau von Maschinen aus.

Der Standort der Werft war bis in den 1980er Jahren im Zentrum Papenburgs, der später wegen stetig wachsender Neubauten und dem Bau von immer größeren Schiffen in den Außenhafen direkt an die Ems verlegt werden musste. In den letzten Jahrzenten des 20. Jahrhunderts wurden dort hauptsächlich Autofähren, Passagier- und Containerschiffe gebaut. 1985 lief schließlich das erste Kreuzfahrtschiff vom Stapel: die „ Homeric“. Sie war auch das letzte Schiff, dass mit einem klassischen Quer- Stapellauf zu Wasser gelassen wurde. Seitdem baut man in zwei riesigen Hallen- Trockendocks. Dort entstanden schon u.a.Schiffe der Serien Aida, Celebrity, Solstice, Disney und Royal Caribbean, die wir uns als maßstabgetreue Nachbauten ansehen konnten.

Im Baudock II  wird z. Z. an der „Aida nova“ für Aida- Cruises und der „Spectrum of the Seas “ für Royal Caribbean Cruises gearbeitet. Beide Schiffe sollen nach dreijähriger Bauzeit in diesem Jahr fertiggestellt und an die Reedereien ausgeliefert werden. Die Überführung der Riesen 40 km durch die Ems in den Dollart zieht jedes Mal tausende von Schaulustigen an. Dazu werden die Schiffe rückwärts durch die angestaute Ems geschleppt. Auf der gesamten Strecke werden Brücken demontiert und Stromleitungen abgebaut, damit die Schiffe problemlos passieren können.

Nachdem wir uns in einem Schau- Raum noch einen Einblick in einige Kabinen der Luxus- Schiffe verschaffen und im Andenken- Laden Mitbringsel erwerben konnten, verließen wir die Werft und kehrten in das Restaurant „ Zur Alten Schule“  ein und genossen ein leckeres Mittagessen.

Anschließend vermittelte unsere Gästebegleiterin  während einer Busrundfahrt durch Papenburg alles Wissenswerte über die Stadt:

Der Name „ Papenburg“ geht auf die um 1250 auf dem Moor erbaute Wasserburg „ Papenborch“ zurück. 1630 begann der Drost des Emslandes „ Dietrich van Velen“ das Moor urbar zu machen und zu kolonialisieren. Er errichtete eine Fehnkolonie nach holländischem Vorbild und baute zur Entwässerung  des Moores einen Hauptkanal, der durch Papenborch bis zur Ems führte und auch als Transportweg für Torfschiffe diente. Rechts und links des Kanals verliefen Wege, die später zu Straßen wurden. 1662 wurde die Holländerwindmühle „ Meyers Mühle“ gebaut.

1856 erhielt Papenburg Anschluss an das Eisenbahnnetz und  1860 wurde Papenburg zur Stadt.

Heute hat Papenburg 36698 Einwohner. 59% davon gehören der römisch- katholischen und 18% der evangelisch- lutherischen Kirche an.

Auf einem 780 Hektar großen Gebiet außerhalb von Papenburg  baute Mercedes – Benz  1995, unter großem Protest von Naturschützern, eine KFZ -Teststrecke.

Am 16. April 2014 eröffnete der niedersächsische Ministerpräsident die 5. Niedersächsische Landesgartenschau in Papenburg. Rund um das Forum „ Alte Werft“ und Stadtpark konnte man die Blütenpracht bewundern.

Unser Bus hielt schließlich auf einem Parkplatz in der Nähe des Stadtparkes und wir hatten die Möglichkeit ins Cafe‘ Mozart einzukehren oder einen Stadtbummel zu unternehmen.

Etwas später setzten wir unsere Gästeführerin wieder am Bahnhof ab und unser Busfahrer brachte uns sicher wieder zurück in die Heimat.

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